Polynukleotide und Exosomen: was hinter Lachs-DNA und Zell-Botenstoffen steckt
Was die beiden Wirkstoffe sind, worin sie sich von Mesotherapie und Skinboostern unterscheiden und was die Forschung bisher dazu sagt.
Heilpraktikerin seit 2012 · Am Niederen Tor 5, Villingen-SchwenningenNeue Begriffe in der Hautbehandlung
Lachs-DNA unter den Augen, Exosomen nach dem Microneedling: Kaum ein Thema wird in der Ästhetik gerade so häufig gesucht und so unterschiedlich erklärt. In meiner Praxis Am Niederen Tor in Villingen-Schwenningen biete ich ein Serum mit Exosomen und Polynukleotiden an. Kennengelernt habe ich es auf dem Fachkongress IMCAS 2024 in Paris. Gerade weil ich es anbiete, ist mir wichtig, dass Sie wissen, worauf Sie sich einlassen.
In diesem Beitrag erkläre ich, was die beiden Wirkstoffe sind, wie sie sich von bekannten Behandlungen wie der Mesotherapie unterscheiden und was die Forschung bisher dazu sagt. Er richtet sich an alle, die sich vorab informieren möchten, ob aus Villingen-Schwenningen, Rottweil, Donaueschingen oder dem übrigen Schwarzwald-Baar-Kreis.
Polynukleotide: gereinigte DNA-Bruchstücke aus Lachs oder Forelle
Polynukleotide sind lange Ketten aus Nukleotiden, den Bausteinen des Erbguts. Für ästhetische Präparate werden sie meist aus der Keimdrüse von Lachs oder Forelle gewonnen und aufwendig gereinigt. Daher stammt das Schlagwort Lachs-DNA. Verwandt ist PDRN, das aus kürzeren Bruchstücken besteht und häufig in Kosmetik verwendet wird.
Polynukleotide füllen nichts auf und verändern keine Form. Sie werden als Biostimulatoren bezeichnet: Ziel ist, die Haut bei ihrer eigenen Erneuerung zu unterstützen. Gefragt wird danach vor allem für Bereiche mit dünner Haut, etwa unter den Augen, aber auch für Wangen, Hals und Dekolleté.
In der EU werden Polynukleotide für die Anwendung in der Haut als Medizinprodukte angeboten. Bei einer bekannten Fischallergie kommen sie nicht infrage.
Exosomen: die Botenstoffe der Zellen
Exosomen sind mikroskopisch kleine Bläschen, die Zellen von Natur aus bilden. Sie transportieren Eiweiße, Wachstumsfaktoren und genetische Information und dienen der Verständigung zwischen Zellen.
Für die Einordnung ist die Herkunft entscheidend. Die EU-Kosmetikverordnung verbietet in Kosmetika Zellen, Gewebe und Produkte menschlichen Ursprungs. Exosomen-Seren, die in der EU als Kosmetik verkauft werden, sind deshalb nicht menschlicher Herkunft, sie stammen zum Beispiel aus Pflanzen. Ein Exosomen-Präparat, das in der EU als Arzneimittel für die Injektion zu ästhetischen Zwecken zugelassen ist, ist mir nicht bekannt (Stand Oktober 2026).
Häufig werden Exosomen-Seren nach einem Microneedling aufgetragen, wenn die Haut für Wirkstoffe besonders aufnahmefähig ist.
Was die Forschung bisher sagt
Bei beiden Wirkstoffen ist die Studienlage noch jung. Ich fasse sie Ihnen ehrlich zusammen:
- Polynukleotide: Eine systematische Übersichtsarbeit, erschienen 2025, hat neun Studien mit insgesamt 219 Teilnehmenden ausgewertet. Die Autoren bewerten die Qualität als niedrig bis mittel. Schwere Nebenwirkungen wurden nicht berichtet.
- Exosomen: Übersichtsarbeiten aus den Jahren 2025 und 2026 beschreiben das Feld als vielversprechend, aber unausgereift. Es gibt vor allem kleine Studien mit kurzer Beobachtungszeit und keine einheitlichen Standards für Herkunft, Herstellung und Dosierung.
- Für beide gilt: Eine Wirkung ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt.
Ein bestimmtes Ergebnis kann ich Ihnen deshalb nicht zusagen. Wenn eine andere Behandlung besser zu Ihrem Anliegen passt, sage ich Ihnen das, auch wenn Sie wegen des Serums gekommen sind.
Der Unterschied zu Mesotherapie, Skinboostern und Biorevitalisierung
Wie unterscheidet sich das Serum von bekannten Behandlungen? Kurz gefasst:
- Mesotherapie: ein Gemisch aus Hyaluronsäure, Vitaminen und Aminosäuren, das mit feinen Nadeln in die obere Haut gesetzt wird. Ziel sind mehr Feuchtigkeit und ein frischeres Hautbild. Die Mischungen unterscheiden sich stark, die Studienlage ist uneinheitlich.
- Skinbooster und Biorevitalisierung: Sammelbegriffe für Hyaluronsäure, die sich fein in der Haut verteilt und Feuchtigkeit bindet. In meiner Praxis gehört die Hautverjüngung Gesicht dazu.
- Faltenunterspritzen: Hyaluronsäure als Filler, um gezielt Volumen zu geben oder eine Falte aufzufüllen. Das leisten weder Polynukleotide noch Exosomen.
- Polynukleotide und Exosomen: Ihr Ziel ist weder Volumen noch vor allem Feuchtigkeit, sondern die Unterstützung der hauteigenen Erneuerung.
Welche Richtung zu Ihrer Haut passt, hängt davon ab, was Sie sich wünschen: Feuchtigkeit, Volumen oder Unterstützung für dünne, müde Haut. Das klären wir im Gespräch.
Für wen das infrage kommt und wo die Grenzen liegen
Ein Thema können Polynukleotide und Exosomen für Sie sein, wenn Ihre Haut mit den Jahren dünner, trockener und weniger elastisch wirkt und Sie keine Veränderung von Volumen oder Gesichtsform möchten.
Abraten werde ich Ihnen, wenn:
- Sie eine sichtbare Veränderung der Gesichtsform erwarten
- Sie eine Zusage zum Ergebnis brauchen, etwa vor einem bestimmten Termin
- Sie schwanger sind oder stillen
- Sie eine Fischallergie haben, was die Polynukleotide betrifft
- die Haut im Behandlungsbereich entzündet oder verletzt ist
Und wann im Jahr? Nach Microneedling und Injektionen braucht die Haut eine Weile Ruhe und Schutz vor starker Sonne. Herbst und Winter sind deshalb gut geeignet. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Pigmentflecken und trockene Haut nach dem Urlaub.
Häufige Fragen zu Polynukleotiden und Exosomen
Ist Lachs-DNA dasselbe wie „Lachssperma“?
Umgangssprachlich ja. Gemeint sind gereinigte DNA-Bruchstücke, die aus der Keimdrüse von Lachs oder Forelle gewonnen werden.
Helfen Polynukleotide gegen Augenringe?
Sie werden häufig für die dünne Haut unter den Augen eingesetzt. Ob sie bei Ihren Augenringen sinnvoll sind, hängt von der Ursache ab, etwa dünner Haut, Pigment oder Volumenverlust. Das sehe ich mir in der Beratung an.
Werden Exosomen gespritzt?
Exosomen-Seren werden meist nach einem Microneedling auf die Haut aufgetragen. Ein Exosomen-Präparat, das in der EU zur Injektion zu ästhetischen Zwecken zugelassen ist, ist mir nicht bekannt.
Wie viele Sitzungen sind nötig?
Das hängt vom Präparat und von Ihrer Haut ab. Art, Häufigkeit und eine mögliche Kombination legen wir im Beratungsgespräch fest.
Was kostet die Beratung?
Das Beratungsgespräch kostet 60 Euro und wird bei einer anschließenden Behandlung angerechnet.
Quellen und weiterführende Informationen
Für diesen Beitrag habe ich diese öffentlich zugänglichen Quellen genutzt:
- Lampridou S und andere: Systematische Übersichtsarbeit zu Polynukleotiden, Journal of Cosmetic Dermatology 2025 (online 2024), doi:10.1111/jocd.16721
- Shah M und andere: Exosomen in der ästhetischen Dermatologie, Journal of Cosmetic Dermatology 2025, PMC11704993
- Flores Rodríguez JC und andere: Übersichtsarbeit zu Exosomen in der Hautbehandlung, Cureus 2026, PMC12933354
- Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel, Anhang II
- Internationale Gesellschaft für extrazelluläre Vesikel (ISEV): Patienteninformation zu Exosomen (isev.org)
Dieser Beitrag beschreibt allgemeine Zusammenhänge und ersetzt keine persönliche Beratung. Im Einzelfall kann vieles anders sein.
Sie möchten wissen, ob das Serum zu Ihrer Haut passt? Im Beratungsgespräch Am Niederen Tor sprechen wir offen darüber, auch über Alternativen.
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